Bericht von unserer Sumbafahrt

Zehn Schüler der Klassen 9 aus Gymnasium und Realschule sind zusammen mit Herrn Völzgen und Herrn Werner vom 28. Mai bis 6. Juni auf die indonesische Insel Sumba gereist, 16.000 km entfernt, um die Ergebnisse unserer Asrama-Spendenaktionen zu besichtigen und zu würdigen.

Wie kommt es, dass auf der Insel Sumba die Christen den weit überwiegenden Anteil der Religionen haben?

Daran haben vor allem die Redemptoristen großen Anteil. Im Jahr 1957 kamen die ersten 37 Redemptoristen nach Sumba, mit einem kleinen Schiff von Rotterdam aus, was über 5 Wochen dauerte. Anschließend haben die Redemptoristen den Glauben auf der Insel bis heute so entscheidend geprägt, dass auf Sumba das Christentum mittlerweile die größte Religion darstellt. Dazu ein Schüler: "In Bezug auf die Religion fand ich es bewegend, was für einen hohen Stellenwert die Religion im Leben der Menschen auf Sumba hat, der deutlich höher ist als für die meisten Leute in Deutschland."

Bevor wir nach Sumba flogen, dachten wir, dass die Redemptoristen dort EIN Internat unterhalten. Aber in Wirklichkeit sind es 13 Grundschulen, eine Mittelschule, ein Gymnasium, einen Kindergarten und zwei Internate/Wohnheime (ohne Schule), die das Cojobo unterstützt. Zusätzlich gibt es auf der Insel für die Priesterausbildung: ein Aspirantenseminar, ein Postulantenseminar, ein Noviziatenhaus usw., also wirklich eine sehr aktive katholische Gemeinde, die wir mit unseren Spendenaktionen unterstützen.

Und die Hilfe kommt an, wie wir gesehen haben: Besucht haben wir die redemptoristische Andaluri Grund-, Mittel- und Oberschule in Waingapu sowie die Grundschule Ngarukanoru, die mitten im Wald liegt, ohne Strom und fließendes Wasser, zwei Stunden Fahrt auf abenteuerlichen Wegen von Waingapu (Ostsumba) gelegen. Die kleinen Kinder gehen bis zu vier Stunden täglich zur Schule und anschließend auch wieder unglaubliche vier Stunde nach Hause! Sie gehen teilweise schon vor Sonnenaufgang los, um pünktlich in der Schule zu sein. Welch eine Leistung für so kleine Kinder!

Begrüßt wurden wir bei unseren Besuchen jedes Mal sehr herzlich und überaus freundlich, wie Politiker, mit Tänzen, Geschenken (dem Überreichen von landestypischen Sumbaschals mit anschließendem Sumbakuss, dem Berühren der Nasenspitze des Anderen mit der eigenen Nase) und Reden, alle waren froh uns zu sehen und dankten uns nicht nur fürs Kommen, sondern auch sehr für unsere Unterstützung beim Erhalt und Ausbau ihrer Schulen.

Unsere Sumba Asrama Spendenaktionen sind also dringend nötig und verändern wirklich etwas, wie wir uns vor Ort vergewissern konnten.

Der Mann, der das alles koordiniert, ist Pater Jack, der Provinzial auf Sumba. Er engagierte sich nicht nur für uns als Reisegruppe, sondern auch enorm für den Ausbau der Erziehungsarbeit auf Sumba. Ein Schüler sagte: "An Pater Jack fand ich beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und Hingabe er seine Arbeit dort verrichte, und sich noch darüber hinaus auch sehr für das Wohlergehen der Menschen, insbesondere der Kinder, einsetzt." "Durch diese Reise wurde mir klar, wie gut es uns in Deutschland geht", sagte ein anderer Schüler, "und wie klein die alltäglichen Probleme in unserem Alltag sind, wenn man z.B. erfährt, dass manche Kinder jeden Tag vier Stunden zur Schule laufen müssen und auch wieder zurück." Ein weiterer Schüler meinte, dass er "persönlich von der Reise mitgenommen hat, dass das Geld, das nach Sumba fließt, gut verwendet wird, und dass es wichtig ist, in Lösungen und nicht in Problemen zu denken."

Wir kehren also voller lebendiger Eindrücke und überzeugt von einem uneingeschränkt tollen Projekt zurück, von dem auch wir in Bonn stark profitieren: einerseits weil wir alle zwei Jahre einen Besuch vor Ort abstatten und dadurch unsere Verbindung zu Sumba stärken, andererseits auch ganz konkret personell durch die Patres, die mittlerweile bei uns pastorale Arbeit leisten. Aus Missionierten wurden und werden Missionare. Wenn das keine Erfolgsstory ist?!

Abschließend ein Schülerzitat: "Besonders beeindruckend an Sumba fand ich die zu großen Teilen unberührte Natur. Kulturell interessant fand ich, wie sehr die Kultur auch nach langer Zeit noch gut erhalten ist und wie sehr sich die Menschen nach ihr richten. Allgemein fand ich es sehr toll, dass wir einen so großen Einblick in unsere Partnerschulen auf der anderen Seite der Welt bekommen haben, von denen man ja bislang nur gehört hatte." (We)