Mythos Arbeit
Die Schau beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt zwischen 1890 und 1940 durch die Linse der Kunst und thematisiert dabei die sozialen und technischen Umbrüche dieser prägenden Epoche.
Drei Exponate verdeutlichten die Spannungsfelder dieser Zeit besonders eindringlich. Da ist zum einen die Fotografie des „Eisernen Gustavs“ mit seinem Pferd in einer Fabrik des Autobauers Opel. Der Droschkenkutscher Gustav Hartmann wurde durch seine Reise von Berlin nach Paris zum Symbol für den Widerstand gegen die technologische Verdrängung durch das Automobil. Eine ironische Wendung seiner Geschichte ist dabei ein Werbestreich des Herstellers Opel, der ihm später ein Auto schenkte und ihn so wieder konkurrenzfähig machte.
Einen scharfen ideologischen Kontrast bildet das Gemälde „Arbeit schändet“. Die Darstellung zweier ausgemergelter Zeitungsträger zeigt ungeschönt die körperliche Deformation und soziale Not durch ausbeuterische Lohnarbeit. Dass die Kuratoren direkt gegenüber ein NS-Propagandaplakat mit der Aufschrift „Arbeit adelt“ platziert haben, macht die Perversion jener Ideologie greifbar, die menschliches Leid durch hohle Phrasen zu politischem Pathos verklären wollte. Den „Traum“ der Moderne verkörpern hingegen die kühlen Industrielandschaften der Neuen Sachlichkeit, die den technischen Fortschritt als ästhetisches Ideal, aber ohne menschliche Präsenz veranschaulichen.
Lohnt sich der Besuch? Die Ausstellung überzeugt durch ihre thematische Gliederung und die Einbeziehung interaktiver Stationen. Insbesondere die Installationen, die aktuelle Fragestellungen zur künstlichen Intelligenz und zum sozialen Status aufgreifen, machen die historische Schau zu einer relevanten Erfahrung. Wer die tiefgreifenden Auswirkungen der Modernisierung auf das Individuum nachvollziehen möchte, findet hier eine fundierte und anschauliche Aufarbeitung. (Schüler des SoWi-Kurses Q2, Teile des Artikels wurden im Rahmen einer Projektstunde bewusst KI-generiert)