Profile gibt es viele...

Jedes Kind hat seine eigenen Interessen und Neigungen, welche in der Schule gefördert werden sollen. Das Collegium Josephinum bietet hierzu diverse Möglichkeiten in den Bereichen Fächerwahl, Projekte, Nachmittagsbetreuung und Arbeitsgemeinschaften an.

Die Arbeitsgemeinschaften und KSJ kooperieren bis auf wenige Ausnahmen mit der Realschule und der Ursulinenschule. Schauen Sie bitte in dem entsprechenden Schwerpunkt nach einem Angebot für Ihren Sohn.

Nähere Informationen zu den einzelnen Fächern können Sie überdies den Hauscurricula entnehmen.

Wir sind eine Schule für Jungen !

Jungenpädagogik am Collegium Josephinum Gymnasium Bonn

Das Collegium Josephinum ist eine Jungenschule, 1880 entstanden aus der Tradition des Ordens der Redemptoristen als Internat für den Ordensnachwuchs; seit 1976 gibt es zusätzlich zum Gymnasium eine Realschule (insgesamt ca. 1200 Schüler). Im Vordergrund steht die vorbehaltlose Anerkennung der Persönlichkeit der Jungen. Wir bemühen uns, ihnen positive Aufmerksamkeit zu schenken. „Bei uns können Jungen ohne Konkurrenz zum anderen Geschlecht ihre eigene Identität finden“ (so der ehemalige Schulleiter Peter Billig in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung, Ausgabe vom 27.06.2013).

Das CoJoBo-Gymnasium ist unter den mehr als 20 Gymnasien in Bonn und seinem unmittelbaren Umland eine Angebotsschule mit ungewöhnlich großem Einzugsbereich und weit über Bonn hinaus die einzige Schule, die sich ausschließlich an Jungen richtet. Denn wir sind davon überzeugt, dass die spezifischen Eigenheiten von Jungen in gemischten Schulen für sie zu Nachteilen führen (können). Diese Profilierung war zwar ursprünglich nicht beabsichtigt, hat sich aber durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im deutschen Schulwesen ergeben und wird von uns als wichtig angesehen.

G8 an den Gymnasien hat in NRW beinahe flächendeckend zu einem Ganztagsbetrieb an den Schulen geführt. Das steht dem Naturell von Jungen, vor allem in der Sek. I, völlig entgegen. Deshalb ist das Gymnasium auch zu G9 zurückgekehrt und es bleibt dabei, dass der Pflichtunterricht weitgehend am Vormittag liegt. Eine ganztägige Betreuung ist allerdings bis 17.30 Uhr möglich. In der Sek. II gibt es seit 1974 eine Kooperation mit der Erzbischöflichen Ursulinenschule Hersel, einem Gymnasium für Mädchen.

Das Kollegium des Gymnasiums setzt sich aus 37 Lehrern und 20 Lehrerinnen zusammen, d.h. eine Orientierung der persönlichen und schulischen Entwicklung der Jungen gerade auch an männlichen Vorbildern ist in der Schule möglich.

1. Wir wollen die Stärken der Jungen stärken:

- in Sport und Spiel:

Dass Jungen einen erheblich stärkeren natürlichen Bewegungsdrang als Mädchen haben, empfinden wir als Auftrag, diesen Wesenszug bewusst positiv zu fördern. Daraus folgt für uns:

  • Hockeymannschaftmöglichst viel Sport am Vormittag, z.B. vier Wochenstunden in der Jgst. 6
  • Arbeitsgemeinschaften: Fußball, Basketball, Marathon AG, Judo, Golf
  • „bewegte Pause“: Fußball, Basketball, Hockey oder Tischtennis, Kletterwand
  • Bundesjugendspiele in Leichtathletik (im Stadion des Bonner SC) und Geräteturnen
  • Stadtmeisterschaften in Fußball und Basketball; Schülerstaffeln beim Bonner Stadtmarathon
  • Klassenfahrten: Erlebnispädagogik, Programme zur Förderung sozialer Kompetenzen und gruppendynamischer Effekte, sportliche Aktivitäten (z.B. Segeln oder Skifahren)

- in Informatik, Mathematik, den Naturwissenschaften und Technik:

Dass die persönlichen Interessen vieler Jungen eher auf technische und naturwissenschaftliche Bereiche ausgerichtet sind, ist ein allgemein bekanntes Phänomen, dem wir mit besonderen Angeboten entgegen kommen wollen. Daraus folgt für uns:

  • Realschule und Gymnasium im TeamDifferenzierung: Mathematik/Physik in den Jgst. 8 und 9 (vierstündig)
  • Arbeitsgemeinschaften: Technik, Informatik, (Lego-)Robotik, Physik, Video
  • Wettbewerbe: Jugend forscht, Mathematikolympiade, Lego-Robotik etc.
  • Zertifizierte MINT-Schule

2. Wir wollen die Jungen bei Schwächen unterstützen:

- in Deutsch, den Fremdsprachen und Literatur:

Dass auffallend viele Jungen in ihren sprachlichen Fähigkeiten den Begabungen gleichaltriger Mädchen unterlegen sind, ist eine Beobachtung, die in zahlreichen pädagogischen und psychologischen Feldstudien nachgewiesen wurde. Daraus folgt für uns:

  • Sprachenfolge: Latein und Englisch oder nur Englisch (ab Klasse 6 Französisch)
  • Differenzierung: Französisch und Wirtschaftsenglisch in den Jgst. 8 und 9 (vierstündig)
  • Arbeitsgemeinschaften: Spanisch, DELF
  • Wettbewerbe in verschiedenen Sprachen (Latein, Englisch, Französisch)
  • Leseförderung: großzügig ausgestattete Bibliothek mit besonders für Jungen geeigneten Büchern und Medien; in den Jgst. 5 und 6 eine zusätzliche Stunde Deutsch; Bücherkiste bzw. Klassenbibliothek; Präsentation von Lieblingsbüchern im Unterricht; verschiedene Vorlesewettbewerbe;
    Rechtschreibdiagnose; LRS-Kurse, klares Verfahren zur Gewährung eines Nachteilsausgleiches
  • Austauschprogramme im Rahmen von Erasmus; Partnerschulen in Frankreich, Irland, Thailand, den USA und Wales

3. Wir wollen den Jungen eher fremde Felder eröffnen:

- in Kunst, Musik und Theater:

Dass die Entfaltung musischer Talente gegenüber anderen Begabungen im privaten Umfeld vieler Jungen zu kurz kommt, verstehen wir – im Bewusstsein, welch großen Einfluss musisches Tun für die persönliche Charakterentwicklung besitzt als wichtigen Auftrag, in diesem Bereich besonders tätig zu werden. Daraus folgt für uns:

files/images/news/2015/chorkonzert/6-.JPG

  • Differenzierung: Musik/Kunst/Theater in den Jgst. 8 und 9 (vierstündig)
  • Arbeitsgemeinschaften: Theater, Kunst, Werken
  • Sextanerchor: Musical, mehrere Auftritte im Schuljahr in und außerhalb der Schule
  • Junge Kantorei: professionelle Stimmbildung
  • Schulchor: (in Kooperation mit der Ursulinenschule Hersel) regelmäßige Aufführungen in und außerhalb von Bonn; übergreifende Projekte, beispielsweise in Dresden, Budapest und Paris; Kooperation mit dem Chor unserer französischen Partnerschule
  • Big Band, Streicherensemble, Orchester
  • Kooperation mit der Bonner Musikschule

- in der Erziehung zu Verantwortung und Selbstständigkeit:

Dass tätige Nächstenliebe, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und soziales Engagement bei Jungen sehr viel häufiger als bei Mädchen in den Hintergrund ihres Bewusstseins gerückt sind, verstehen wir - gerade aus christlicher Sicht unseres Erziehungsauftrags - als Verpflichtung, diesen Bereich zu vertiefen. Daraus folgt für uns:

  • files/images/news/2015/05/Sommerlager/IMG_1669.JPGVorbereitung und Gestaltung der 14-tägigen Gottesdienste und der „großen“ Messen
  • ganzjährige tägliche Betreuung der Tiere im Schulzoo, Pflege der Aquarien, Terrarien und Pflanzen in den Klassenräumen (auch in den Ferien)
  • Ausbildung zum Tutor oder Schulsanitäter
  • Streitschlichter, KLIB, d.h. Konfliktlosten im Bus, Medienscout
  • Engagement für die Missionen auf Sumba/Indonesien und in Brasilien
  • Sozialpraktikum „Compassion“ (Jgst. 10); Tage religiöser Orientierung (Jgst. Q1)
  • Inklusion
  • nach dem Abitur: Freiwilliges Soziales Jahr im (weltweiten) Ausland im Rahmen von Redemptorist Volunteer Ministries

4. Wir wollen Jungen für ihren beruflichen Weg rüsten:

- durch die Berufsorientierung:

Weil die Reifeentwicklung vieler Jungen in ihrer schulischen Laufbahn von zahlreichen Unsicherheiten begleitet wird, die sich auch auf ihren Blick in ihre berufliche Zukunft auswirken, wollen wir in diesem Feld Hilfestellung bieten. Daraus folgt für uns:

  • ab Jgst. 8 Berufsorientierung durch die Bundesagentur für Arbeit (Berufsinformationszentrum)
  • in der Sek. II: regelmäßige individuelle Berufsberatung durch eine Mitarbeiterin der Bundesagentur für Arbeit
  • Bewerbungstraining und Wissenschaftspropädeutik (Jgst. EF)
  • Rechtskunde-AG
  • FFF-Programm der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Kooperation mit der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH

5. Wir wollen den Jungen als Fachleute zur Seite stehen:

- durch die kontinuierliche Fortbildung des Kollegiums:

Weil wir selbst nicht perfekt sind und ebenso die gesellschaftlichen Veränderungen im Blick haben müssen, brauchen wir einen breiten Austausch innerhalb des eigenen Kollegiums, die Auseinandersetzung mit Erfahrungen anderer Kollegien und die Reflexion wissenschaftlicher Erkenntnisse. Daraus folgt für uns:

  • große Auswahl an Fachliteratur
  • regelmäßige Studientage des Kollegiums (in Zusammenarbeit mit dem Institut für Lehrerfortbildung Mülheim) zu verschiedenen Themen der Jungenpädagogik
  • Fachvorträge am CoJoBo
  • Besuch durch und Austausch mit Schulen mit mono-, bi- und koedukativer Ausrichtung
  • Schulung der verantwortlichen Kollegen auf Kongressen und Tagungen zu Themen wie Jungenpädagogik, Mono-/Bi-/Koedukation, Genderfragen