Europa-/ Erasmus+ Projekt am CoJoBo 2017-19 - „Exploring the Cold War”

Überblick

  1. Was ist Erasmus+ ?
  2. Was ist das Thema und Ziel des Projekts von 2017-2019?
  3. Welche Schulen nehmen an diesem Projekt teil?
  4. Wie wird gearbeitet?
  5. Kurzer Bericht vom ersten Arbeitstreffen in Nitra (Slowakei) im November 2017
  6. Kurzer Bericht vom zweiten Arbeitstreffen in Colwyn Bay (Wales) im Sommer 2018
  7. Kurzer Bericht vom dritten Arbeitstreffen in Madrid (Spanien) im November 2018
  8. Geplanter Abschluss in Bonn im Sommer 2019
  9. Fazit

Was ist Erasmus+ ?

„Die europäische Integration gestalten und den Herausforderungen der Globalisierung begegnen: Wer dafür Verständnis wecken möchte und junge Menschen beim Erwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen unterstützen will, die für ihre persönliche Entfaltung, ihre Beschäftigungschancen und eine aktive Bürgerschaft erforderlich sind, muss Europa im Unterricht und in der Schule erfahrbar machen und die Qualität der schulischen Bildung sicherstellen“. (Pädagogischer Austauschdienst)

Erasmus+-Projekte werden von der EU finanziell und ideell gefördert und zielen darauf ab, dass sich die europäischen Partnerländer besser kennenlernen. Mindestens drei Schulen aus drei verschiedenen Ländern Europas arbeiten an einem gemeinsam vereinbarten, frei wählbaren Projekt für die Dauer von zwei Jahren zusammen.

Das CoJoBo wirkt bereits seit über 20 Jahren in verschiedenen Projekten mit, bei denen z.B. Schulen aus Belgien, Irland, Portugal, Rumänien, der Slowakei, Spanien und Wales beteiligt waren bzw. sind. Projektthemen waren zuletzt "Advertising Europe" (2013-15), “The Virtual European Teenager“ (2009-2011) und “Culture uniting Europe“ (2006-2009).

Was ist das Thema und Ziel des Projekts von 2017-2019?

Das aktuelle Thema lautet “Exploring the Cold War" (2017-19), bei dem eine Website zum Thema "Kalter Krieg" erstellt wird. Hier werden zunächst vor allem historische Fakten in 6 politischen und 9 sozialen Kapiteln übersichtlich präsentiert (erstes Projektjahr), dann aber auch interaktive Spiele und didaktisches Arbeitsmaterial für den Geschichtsunterricht zum Thema Kalter Krieg erstellt, sowie Interviews mit Zeitzeugen geführt und thematisch passende historische Objekte mit einer kurzen Erläuterung versehen.

Dabei werden die folgenden, eher politischen Themen von uns bearbeitet: Berliner Mauer und Wiedervereinigung, Kubakrise, Vietnamkrieg, Koreakrieg, Situation in Afrika und Südamerika sowie die Aufstände in den östlichen Ländern Europas (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn). Die eher sozial geprägten Themen sind Freiheit und Unterdrückung der Menschenrechte, Alltagsleben im Sozialismus, Spionage, Propaganda und Zensur, die Rolle des Sports im Kampf der Systeme, die Bedeutung von Religion, Wettlauf um die Eroberung des Weltraums, Gegenkultur und Popkultur im Sozialismus.

Die Homepage, die auch als App auf Smartphones programmiert wird, soll also in vielfacher Weise im Unterricht (europaweit) nutzbar sein und von Jugendlichen für Jugendliche kreiert sein.

Welche Schulen nehmen an diesem Projekt teil?

Beteiligt sind neben dem CoJoBo Schulen aus Spanien, der Slowakei und Wales.

  • Das „Colegio Gama Diana“ ist eine Schule in Madrid, die (wie das CoJoBo) von Redemptoristen getragen wird.
  • Das “Gymnazium sv. Cyrila a Metoda“ ist eine erzbischöfliche Schule in Nitra (nahe der Hauptstadt Bratislawa) in der Slowakei.
  • „Rydal Penrhose College“ ist eine Internatsschule in Colwyn Bay in Wales, zu der wir seit Jahren einen Schüleraustausch pflegen.

Wie wird gearbeitet?

Bei Erasmus+-Projekten arbeiten die Schüler meist in internationalen Arbeitsgruppen zusammen und kommunizieren miteinander in

Bei Erasmus+-Projekten arbeiten die Schüler meist in internationalen Arbeitsgruppen zusammen und kommunizieren miteinander in der Projektsprache Englisch, per E-Mail oder sozialem Netzwerk (u.a. e-Twinning).

 

Im CoJoBo treffen wir uns jede Woche montags nach der letzten Stunde zu einer Besprechung der Dinge, die gerade anstehen, und darüber hinaus auch gelegentlich zu längeren Arbeitstreffen.

 

Die Lehrer tauschen sich außerdem einmal monatlich im Rahmen einer Video-Konferenz aus.

 

Kurzer Bericht vom ersten Arbeitstreffen in Nitra (Slowakei) im November 2017

Jede Schule hatte im Vorfeld des ersten offiziellen Treffens in Nitra die Aufgabe, nach den Sommerferien eine Schülergruppe zusammenzustellen, mit der man das zweijährige Projekt bestreitet. Am CoJoBo haben wir nun 20 Schüler (Klasse 9, EF und Q1), die als Team zusammenarbeiten. Dabei ging es im ersten Schritt um folgende Aufgaben:

  • Persönliche, steckbriefartige Vorstellungen (personal profiles),
  • Beantworten einer (von uns Lehrern erstellten) Umfrage zu historischen Kernfakten zum Kalten Krieg,
  • Erstellen eines Logos für unser Projekt.

Das Arbeitstreffen in Nitra selber war von morgens 8 Uhr bis abends um 18 Uhr (einmal bis 22 Uhr) angefüllt mit verschiedensten Programminhalten:

  • Abstimmung über das Logo und dessen Verbesserung
  • Fachvorträge von Experten im Bereich Geschichte (allgemeine Informationen zum Kalten Krieg, spezielle Situation in der Slowakei („samtene Revolution“), Erlebnisberichte zum Leben im Sozialismus durch den Direktor des Gymnasiums Nitra, …)
  • Fachvorträge eines IT-Experten zum Programmieren von Webseiten mit anschließender praktischer Umsetzung erster Schritte in internationalen Arbeitsgruppen,
  • Inhaltliche Arbeit in weiteren internationalen Arbeitsgruppen zu politischen Aspekten, des Kalten Kriegs:  Berliner Mauer und Wiedervereinigung, Kubakrise, Vietnamkrieg, Koreakrieg, Situation in Afrika und Südamerika, Aufstände in den östlichen Ländern Europas (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn).
  • Ebenso Bearbeitung von sozialen Themen in internationalen Arbeitsgruppen: Die Rolle des Sports im Kampf der Systeme, die Bedeutung von Religion, Alltagsleben im Sozialismus, Spionage, Propaganda und Zensur, Wettlauf um die Eroberung des Weltraums, Gegenkultur und Popkultur im Sozialismus, Freiheit und Unterdrückung der Menschenrechte.
  • Programmierung der eigenen Homepage mit Musterentwürfen, sowie Rückmeldungen zur Verbesserung

Neben diesen eher inhaltlichen Dingen wurde aber auch das kulturelle und das soziale Miteinander nicht vernachlässigt, ist dies doch immer die Basis einer guten internationalen Begegnung und einer gelingenden Projektarbeit. So gab es Stadtführungen in Nitra und Bratislava, Kulturprogramm mit Tanz, Musik, Folklore und slowakischem Essen, einen gemeinsamen Filmabend: „Good bye, Lenin!“, die Teilnahme an der Sonntagsmesse in der Kathedrale von Nitra und natürlich auch Sport (Fußball und Tischtennis).

Kurzer Bericht vom zweiten Arbeitstreffen in Colwyn Bay (Wales) im Sommer 2018

Unser Hauptziel auf diesem Treffen war es, die bisher geleistete Arbeit zu vervollständigen und so zu überarbeiten, dass alle mit den Ergebnissen zufrieden sein konnten. Dazu gab es an drei Schultagen mehrere Zeitblöcke, in denen die Schüler in internationalen Gruppen von 3-5 Personen intensiv Redaktionsarbeit zu den bekannten Themen geleistet haben (s.o.). Außerdem wurden Zeitleisten erstellt, die sowohl die allgemeinen geschichtlichen Daten im Überblick präsentieren als aber auch die nationalen Besonderheiten verdeutlichen.

Parallel zu dieser eher inhaltlich- redaktionellen Arbeit haben mehrere Schüler entscheidend an der Programmierung der Homepage gearbeitet, besonders zwei Schüler vom CoJoBo – gemeinsam mit einem walisischen Schüler. Während der Arbeitsphasen der Schüler haben die Lehrer sowohl die einzelnen Gruppen unterstützt, als auch den Fortgang des Projekts weiter ausgearbeitet.

Am Wochenende haben wir mit dem Bus verschiedene, für das Projekt relevante, Orte erkundet. So waren wir z.B. in einem Atombunker, im „Imperial War Museum“ in Manchester, sowie in einem Militärmuseum der Royal Air Force. An einem Film-Abend haben wir zwei sehr bedrückende Filme zu den persönlichen Folgen eines möglichen Atomangriffes angesehen. Auf dem großartigen Schulgelände von der gastgebenden „Rydal Penrhos School“ gab es natürlich auch Gelegenheit zu gemeinsamer sportlicher Betätigung.

Kurzer Bericht vom dritten Arbeitstreffen in Madrid (Spanien) im November 2018

Nachdem wir uns im ersten Projektjahr vornehmlich der Darstellung der historischen Fakten gewidmet haben, erstellen wir in diesem Schuljahr zusätzliche interaktive Materialien wie a) Interviews mit Zeitzeugen, b) Objekte, die Geschichte(n) erzählen, c) Spiele (interaktive Aufgaben zu der Homepage) und didaktisches Material für den Unterricht. Die Schüler arbeiten dazu teilweise in nationalen Gruppen (Interviews und Objekte), teilweise in internationalen Gruppen (Spiele). Hier war das Arbeitstreffen in Madrid von entscheidender Bedeutung, da hier (ähnlich wie schon in den beiden ersten Treffen) eine so konzentrierte Arbeit an den notwendigen Arbeitsschritten möglich ist, wie es in dieser Weise über soziale Medien nie möglich wäre – und dies auch noch in internationaler Zusammenarbeit. Auch Sörens technischer Beitrag (Erstellen / Programmieren der Homepage) direkt vor Ort lieferte wieder einmal einen unschätzbaren Wert für das Weiterkommen unserer Arbeit.

Neben all der Arbeit kam das Miteinander und die Kultur natürlich auch nicht zu kurz, sodass sich schon vom ersten Tag an neue Freundschaften und ein guter Teamgeist in der Gruppe bildeten. Besonders beeindruckend für uns als Gäste war die absolut beeindruckende und vorbildliche, fast schon beschämende  Gastfreundschaft der spanischen Schule (Schulleiter, Lehrer, Schüler, Eltern): So z.B. ein extra für uns von allen Schülern der Schule organisierte Flashmob mit einer tollen Performance auf dem Schulhof (Link). Ebenso ein von den Eltern organisiertes Buffet mit zwei riesigen Paellas als Höhepunkt…

Kultureller Höhepunkt war sicher der Ausflug nach Segovia, ein etwa 80 km nördlich von Madrid in den Bergen gelegene Städtchen, das mit seinem riesigem Aquädukt aus römischer Zeit und zahlreichen romanischen Kirchen sowie Kathedrale und Alkazar alle – trotz Regenwetters – in den Bann zog.

Geplanter Abschluss in Bonn im Sommer 2019

Was jetzt noch zu tun bleibt, ist eine Menge Feinarbeit bis die Homepage soweit ist, dass sie am 2.Juli 2019 offiziell an den Start geht, d.h. feierlich im Haus der Geschichte vorgestellt und damit öffentlich und europaweit (um nicht zu sagen weltweit) zugänglich und nutzbar sein wird. Auch die Schulgemeinde des CoJoBo soll dann im Rahmen einer eigenen Veranstaltung in der Aula Gelegenheit haben, sich selbst einen guten Einblick in die Ergebnisse der Arbeit zu verschaffen.

Bis dahin müssen alle Spiele, Arbeitsblätter, Interviews und historischen Objekte fertig gestellt, sprachliche und inhaltliche Fehler korrigiert und natürlich alle Daten auf die Homepage hochgeladen werden. Eine Menge Arbeit also…

Eine gemeinsame Abschluss-Exkursion in die „Hauptstadt Europas“, nach Brüssel ist als Krönung des zweijährigen Projekts fest eingeplant.

Fazit

Mit dem heutigen Blick auf das Projekt (Stand November 2018) und auf dem Hintergrund der Erfahrungen dieser und vergangener Projekte sind wir sehr optimistisch, dass nicht nur das sichtbare Ergebnis, unsere Homepage, ein voller Erfolg sein wird. Auch und gerade der Prozess der gemeinsamen internationalen Zusammenarbeit stellt als solcher einen unschätzbaren Wert dar, denn es werden nicht nur die fremdsprachlichen Fähigkeiten und IT-Kompetenzen der Beteiligten gefördert, sondern vor allem auch deren kulturellen und sozialen Kompetenzen in der Begegnung mit anderen Gleichaltrigen. Der persönliche Horizont wird daher durch solche Europaprojekte auf vielen verschiedenen Ebenen umfassend erweitert.

Es ist immer wieder eine Freude und erfüllt uns als Lehrer mit einem gewissen Stolz zu sehen, wie effektiv und zielgerichtet (gerade) unsere Schüler hier arbeiten und sich mit ihren Fähigkeiten einbringen.

Man darf schon sehr gespannt sein, welch großartiges Ergebnis hier erzielt werden wird. Wir jedenfalls blicken voller Vorfreude auf die Resultate.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen, die uns in vielfältiger Form unterstützt haben: Die Kolleginnen und Kollegen, die Vertretungen übernommen oder uns inhaltlich unterstützt haben, die Eltern, die ihre Söhne unterstützt und unsere Gastschüler aufgenommen haben, und nicht zuletzt bei den Schülern, die sehr engagiert gearbeitet und ein herausragendes Ergebnis erzielt haben. Ohne diese Unterstützung wäre ein so erfolgreiches Projekt nicht möglich. 

 

Link zur Homepage der koordinierenden Schule in Madrid (auf Spanisch): http://gamodiana.es/

Link zum Flashmob in der Schule in Madrid (youtube): https://www.youtube.com/watch?v=-WILmex-7us

Link zur Projekt-Homepage (ab 2.7.2019)