Zweimaliger Bonner Stadtmeister im Schulschach - Großartiger Triumph für das CoJoBo!

06.02.2019 21:45 von Thomas Wilbert

Zweimaliger Bonner Stadtmeister im Schulschach - großartiger Triumph für das CoJoBo!

von Stefan Hartmann

Viermal 4:0 - mehr geht nicht. So haushoch gewann das Team um Robert Krink (Klasse 9b), Jonte Ihle, Samuel Hartmann und Lukas Reuter (alle 7a), alles langjährige Vereinsspieler der Schachgemeinschaft Niederkassel, die Bonner Stadtmeisterschaft im Schulschach. Das Ergebnis war derartig niederschmetternd für die anderen Bonner Schulen in der Wettkampfklasse III (Jahrgang 2004 und jünger), dass am Ende vom Wettkampfleiter Ingo Herrmann spaßeshalber sogar ein Dopingtest für die Jungs in Erwägung gezogen wurde. Und da hatten wir noch verschwiegen, dass wir mit Leander Ihle (9b) einen unser besten Spieler sogar noch zu Hause gelassen hatten... Doch bevor wir uns selbst in den Himmel loben, wollen wir erst einmal anderen die Ehre erweisen, ohne die diese Stadtmeisterschaft überhaupt gar nicht stattgefunden hätte. Zum Hintergrund: Schach wird bedauerlicherweise nicht mehr als Sportart mit Landesmitteln gefördert, so dass der Stadt Bonn eigentlich überhaupt kein Geld zur Verfügung steht, um ein solches Turnier ausrichten zu können. Einzig dem Einsatz von Verwaltungsangestellten wie Michael Knieps vom Bonner Sport- und Bäderamt und überaus engagierten Lehrern wie Ingo Herrmann vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, der das Turnier perfekt vorbereitete und leitete, ist es zu verdanken, dass es diesen Wettkampf überhaupt noch gibt. Und so konnten wir uns dank dieses Einsatzes am Mittwoch, den 6. Februar auf den Weg machen nach Bonn-Ückesdorf, einen der - nennen wir es mal liebevoll - "grünen Außenbezirke" Bonns. Nach der 45-minütigen Busstrecke wurde uns - den mitreisenden Jungs und mir als begleitendem Vater - klar, warum das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium das Turnier gerne selbst ausgerichtet hat: So erspart man sich schlicht die Anreise. J Bequemer hatte es da schon die restliche Mondorf-Bergheimer Fraktion, die im Auto von Markus Reuter mitfahren konnte und daher etwa eine Stunde später aufstehen durfte.

Trotz der langen Busreise präsentierte sich auch unsere zweite Mannschaft in der Wettkampfklasse IV (Jahrgang 2006 und jünger) ausgeruht. Neben den Niederkasseler Vereinsspielern Tim Käser (Klasse 6), Simon Hartmann und Tim Grygosch (beide Klasse 5) waren auch drei Nicht-Vereinsspieler an Bord, die aber zuvor in der Schulschach-AG des CoJoBo, geleitet von Fidemeister (!) Dr. Udo Käser, kräftig trainiert hatten und dank Udos Expertise bestens vorbereitet waren: Oskar Onderka, Joshua Schreiber und Matthäus Kohlhepp, alles Schüler der sechsten Klasse. An dieser Stelle sei etwas Werbung erlaubt: Die AG findet immer freitagsnachmittags statt. Diese drei Jungs wechselten sich an Brett 4 ab und spielten jeweils zwei Partien, während die Jungs an den ersten drei Brettern alle sechs Partien durchspielten. Gegen jede der weiteren drei teilnehmenden Schulen wurde zweimal gekämpft. Simon und Tim G. spielten an den Brettern 2 und 3 überragend und gewannen alle sechs Partien (!), ohne auch nur einmal ansatzweise in Gefahr zu geraten. Schwerer hatte es da Tim K. an Brett 1 gegen deutlich stärkere Gegner, zum Teil ebenfalls Vereinsspieler. Hinzu kam, dass Tim einige eigentlich bereits gewonnene Partien etwas leichtsinnig aus der Hand gab. Am Ende war er es aber, der im entscheidenden letzten Spiel den Sieg herausholte. Dies zeigt, wie sehr Schach auch ein Mannschaftssport sein kann – und dass es sich lohnt, trotz vieler Niederlagen bis zum Ende zu kämpfen.  Überaus tapfer wehrten sich auch die drei alternierend antretenden Nicht-Vereinsspieler an Brett 4 und konnten so immerhin in Summe zwei der sechs Partien gewinnen. Zwar reichte es gegen das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in beiden Spielen nur zu einem Unentschieden, aber alle anderen Mannschaftskämpfe wurden gewonnen. Zugleich musste die gastgebende Schule in einem weiteren Spiel Federn lassen. So landete das CoJoBo am Ende mit nur einem Punkt Vorsprung vor dem CvO. Aber: Gewonnen ist gewonnen! Insgesamt geben die Leistungen großen Mut für das NRW-Finale, das am 8. März wieder in Düsseldorf stattfinden wird. Wir werden unsere taktische Aufstellung bei den Jüngeren sicherlich überdenken, die Besetzung der ersten drei Bretter ändern und so hoffentlich mit beiden Mannschaften auch landesweit oben mitspielen. Die Qualifikation für die deutsche Schulschach-Meisterschaft ist angesichts der starken Konkurrenz aus Dortmund & Co. eher unwahrscheinlich, aber ein Platz unter den ersten 10 Mannschaften scheint durchaus möglich. Wir freuen uns auf das NRW-Finale und feiern jetzt erst einmal die beiden Stadtmeisterschaften!

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