Und plötzlich steht das Leben Kopf! - Was der Krieg mit den Menschen in der Ukraine macht

18.03.2022 18:42 von Thomas Wilbert

Vermittelt durch unsere ehemalige Praktikantin Sophie Raspels sowie Christoph Mauel von der Hochschule Bonn Rhein-Sieg erfuhren heute Schüler unseres Leistungskurses Geschichte Q2 aus erster Hand, welch katastrophale Folgen der Angriffskrieg auf die Ukraine nicht nur für deren Fortbestehen sowie die weltpolitische Ordnung, sondern ganz konkret für die Menschen vor Ort und ihre Angehörigen hat. 
Professor Oleksandr Velihorskyi, der bis Ende Februar an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lehrte, schilderte unseren Jungen sehr eindringlich, wie der Kriegsausbruch sein persönliches Leben und das seiner Angehörigen existenziell verändert hat.
Eigentlich hätte Professor Velihorskyi gar nicht mehr im Rheinland sein sollen, denn für den 25. Februar war der Rückflug in seine Heimat geplant. Diesen konnte er jedoch wegen des Tags zuvor ausgebrochenen Krieges nicht mehr wahrnehmen. Bis heute bleibt ihm eine Rückkehr zu seiner Frau und seinem Sohn verwehrt, da seine Heimatstadt Tschernihiw, die im Norden der Ukraine liegt, faktisch von russischen Truppen eingekesselt ist.
In seinem Vortrag vermittelte Professor Velihorskyi unseren Jungen anhand von Bildaufnahmen nachhaltig, welch furchtbare Zerstörungen und Kriegsverbrechen derzeit in seinem Land im Gang sind. Nicht zuletzt dank zahlreicher Fragen unserer Schüler entwickelte sich anschließend ein intensiver Dialog, allerdings auch der Eindruck, dass es ein langer und schmerzhafter Weg bis zum Frieden sein wird. 
Von besonderer Bedeutung war, dass die Veranstaltung den Schülern noch einmal in bemerkenswerter Weise verdeutlichte, dass der tapfere und ungebrochene Widerstand der Ukraine nicht umsonst ist, sondern sowohl im Land selber als auch in unserer Gesellschaft etwas bewirkt. Überdies konnte unseren Jungen noch einmal vor Augen geführt werden, dass die Ukraine auch unsere Freiheit verteidigt und vor diesem Hintergrund gestiegene Energie- und Lebenshaltungskosten in einem anderen Licht erscheinen.
 
Wir wünschen Herrn Professor Velihorskyi alles erdenklich Gute für sich und seine Angehörigen und hoffen inständig, dass bald wieder Frieden in seinem Land herrscht. Ein herzlicher Dank geht überdies nicht nur an unseren Gast, sondern auch an Sophie Raspels und Christoph Mauel, die den Kontakt zu Herrn Professor Velihorskyi hergestellt haben.
 
Neben der heutigen Veranstaltung gab es im Übrigen zu Beginn der Woche eine Informationsveranstaltung über den Krieg in der Ukraine für Schüler der Sekundarstufe I unserer beiden Schulen, die von der Schülervertretung des Gymnasiums in Kooperation mit der Fachschaft Geschichte auf die Beine gestellt wurde. Überdies schrieb uns Frau Hecht, Mutter von Florian aus unserer R10a, dass Sie über unsere Schulhomepage auf die Aktivitäten der Redemptoristen in der Ukraine aufmerksam geworden sei. Ihren bewegenden Bericht über die geglückte Flucht einer bekannten Familie aus Kiew haben wir diesem Artikel angehängt. 
 
Da es zahlreiche Nachfragen gab und gibt, wie Mitglieder unserer Schulgemeinde konkret helfen können, verweisen wir gerne noch einmal auf die entsprechende Komtoverbindung der Remptoristen, die im engen Kontakt mit ihren Mitbrüdern stehen.
 
Provinzialat der Redemptoristen e.V.
IBAN: DE95 3706 0193 0017 7170 14
BIC: GENODED1PAX
Verwendungszweck: Ukraine
 

Auch Pater Langer (juergen.langer@redemptoristen.org) kann Interessierten sehr gerne Auskunft erteilen.

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