Lesung „Adressat unbekannt“ von Kressmann-Taylor

06.07.2019 22:06 von Thomas Wilbert

Bei dem kurzen (60 Seiten) Roman „Adressat unbekannt“ handelt es sich um einen fiktiven Briefwechsel zwischen einem amerikanischen Juden und einem deutschen Nazi von 1932 bis 1934.

Anhand dieser Briefe erleben wir die rasante Veränderung in Deutschland beklemmend mit. Aus einer parlamentarischen Republik wird ein Terrorregime. Die beiden Briefschreiber waren Geschäftspartner in San Francisco und darüber hinaus sehr gute Freunde, bis Max sich entschloss nach Deutschland heimzukehren und kurze Zeit später Karriere im neuen Staat, eben Nazi-Deutschland, macht. Aus opportunistischen Gründen schließt er sich der NSDAP an, nimmt aber die Tantiemen aus der gemeinsamen Geschäftstätigkeit weiterhin gern an.

Wir erfahren, in welch atemberaubend schnellen Tempo Max ihre Freundschaft verrät, ja sogar aus Feigheit schuldig am Tod seiner früheren Geliebten, der Schwester seines früheren Freundes, wird. Doch XXX wehrt sich und bekommt seine Rache. Wie, das soll hier nicht verraten werden.

Der Abend wird eingerahmt durch Klezmermusik.

(Karl Albert Schmitz)

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