Exkursion in das EL-DE-Haus – Ort der NS-Schreckensherrschaft in Köln

08.04.2022 08:53 von Thomas Wilbert

In der vergangenen Woche besuchte die Klasse 9a im Rahmen des Geschichtsunterrichts das EL-DE-Haus in Köln. Bei einer Führung lernten die Schüler die Geschichte des Hauses kennen, das von 1935 bis 1945 die Dienststelle und das Gefängnis der Gestapo beherbergte.

Schon im Eingangsbereich wurden die Schüler in der ehemaligen Pförtnerloge mit der Frage nach den Tätern im NS-Staat konfrontiert. Die Gestapobeamten nahmen an diesem Ort Denunziationen von Kölner Nachbarn und Mitbürgern entgegen, die eine Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung im Sinne der NS-Ideologie ermöglichten. Eine Etage tiefer, in den Kellerräumen des Hauses, setzten sich die Schüler anschließend mit den Inschriften und Graffitis der Häftlinge auseinander. Die über 1.800 Inschriften in den damaligen Gefängniszellen erzählen dabei eindrucksvoll die Geschichten von Opfern des NS-Regimes. Heute bildet das ehemalige Gestapogefängnis als Gedenkstätte einen bedeutsamen Ort, der unmittelbar von Verfolgung, Folter und Mord zeugt. Im Innenhof, ehemals Schauplatz von hunderten Hinrichtungen nicht angepasster Bürger, wurde deutlich, dass die Gräueltaten inmitten der Kölner Innenstadt umgeben von Wohnhäusern stattfanden.

Bei einem Rundgang durch die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“ konnten anschließend ausgewählte Unterrichtsinhalte vertieft werden. Die Exkursion hat allen Beteiligten den nationalsozialistischen Machtapparat verdeutlicht, einen emotionalen Blick auf Opfer gewährt und eine Auseinandersetzung mit Täterschaft und Verantwortung ermöglicht. Es bleibt zu sagen: Geschichtsunterricht außerhalb des Klassenzimmers lohnt sich!

Für alle Interessierten bietet das NS-Dokumentationszentrum auf seiner Homepage einen virtuellen 360° Rundgang durch das Haus an, der sich hervorragend zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs eignet.

(Artikel von Lucia Nötzold)

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