Besuch der Jawne im Rahmen des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus

05.02.2020 11:01 von Thomas Wilbert

Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27.01.2020 besuchten wir, die Klasse G7b, zusammen mit Frau Kampmann und Frau Offer die Gedenkstätte für die ehemalige jüdische Schule Jawne in Köln. Wo heute das Hotel Pullmann steht, stand damals die einzige jüdische Schule in Köln. Wir wurden eingeladen, weil wir im Rahmen des Wandertages vor den Sommerferien schon einmal dort gewesen und schon damals sehr beeindruckt von dieser Schule, ihren Lehrern und Schülern sowie ihrer Geschichte waren.

Wir fuhren am Bonner Hauptbahnhof ab und kamen kurze Zeit später in Köln an. Vorbei am Kölner Dom ging es zur Jawne, vor der zwei Polizeiautos zum Schutz der Veranstaltung standen. Die Tatsache, dass Juden in ihrem eigenen Land, Deutschland, Angst haben müssen angegriffen zu werden, hat uns sehr berührt und erschrocken.

Am Eingang empfing uns einer der Leiter dieses Gedenktages und begrüßte uns. Als wir das Gebäude betraten, wurde gerade ein ehemaliger Schüler der Jawne vom WDR interviewt. Außer uns waren noch zwei andere Klassen aus Köln, die Oberbürgermeisterin von Köln, Frau Reker, und noch zahlreiche andere Besucher sowie das eben genannte Lokalfernsehen anwesend. Vor dem Löwenbrunnen, an dem die 1100 Namen der ermordeten Kinder und Jugendlichen auf Steintafeln stehen, trugen die wichtigen Personen eine Rede und die anderen Klassen ihre Vorträge vor. Wir waren als zweite an der Reihe und stellten uns nebeneinander vor das Mikrofon. Einige von uns hatten sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinandergesetzt, ein anderer sich mit der Vergangenheit unserer Schule befasst. Jeder las seinen Beitrag vor.

Die Reden haben uns sehr beeindruckt und uns wurde klar, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir in Vielfalt zusammen in eine Schule gehen dürfen. Wir müssen helfen, dass ein derartiger Krieg und ein Menschheitsverbrechen wie der Holocaust nie mehr vorkommen, und wir müssen anderen Jugendlichen und Erwachsenen vor Augen führen, was damals passiert ist, damit dem Antisemitismus in unserer Gesellschaft keine Chance geben wird und ihm dort, wo er auftritt, entschieden entgegengetreten wird.

Ich finde, dass Rabbiner Yechuel Brukner es in einem Interview sehr gut getroffen hat: „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass Antisemitismus etwas derart Irrationales ist, dass es sinnlos ist, dagegen zu kämpfen. Deshalb habe ich beschlossen, gegen die Indifferenz zu kämpfen. Es geht darum, dass die schweigende Mehrheit aufwacht.“

Nach einem eindrucksvollen und spannenden Tag fuhren wir gemeinsam mit dem Zug wieder nach Bonn. Ein herzlicher Dank geht an unsere beiden Lehrerinnen, Frau Kampmann und Frau Offer, die uns diese bemerkenswerte Exkursion ermöglicht haben.

(Autor: Jan Klassen, Klasse G7b)

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