Grundsätzliches

Inhalt

Dimensionen pastoralen Handelns

Zwar ist das nur ein grobes Raster, gegenwärtige Schwierigkeiten unserer Gesellschaft zu deuten und für pastorales Handeln in der Schule nutzbar zu machen, aber bestimmte Grundzüge und Anliegen werden dabei doch sichtbar. Das, was Kirche verwirklichen soll und will, lässt sich in vier Dimensionen pastoralen Handelns ausdrücken:

1. Bezeugung der Zugehörigkeit zu Jesus in der Verkündigung - gemeint ist damit sowohl das selbstverständliche Glaubenszeugnis des Christen als auch die Verkündigung und Lehre der Kirche, wobei selbstverständlich sein müsste, dass es sich nicht um eine monologische Struktur handeln kann, sondern um eine dialogische. Das Johannesevangelium z.B. berichtet vom Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus, in dem Jesus auf die konkreten persönlichen Fragen des Nikodemus eingeht (vgl. Joh 3,1-21).

2. Feier der Liturgie als dem zentralen Ort christlicher Gemeinschaft. Christen - katholische und evangelische - feiern Tod und Auferstehung Jesu.

3. Hilfe für den Mitmenschen in den verschiedenen karitativen Diensten. Neben den beiden ersten Punkten, die in der Schulpastoral ohnehin selbstverständlich sind, ist dieser dritte Aspekt entscheidend. Der Franziskaner Udo Schmälzle, der viele Jahre im Franziskanischen Bildungshaus Großkrotzenburg "Klassenfamilien" - das sind Wochenendseminare mit Schülern und Eltern - betreut und wissenschaftlich begleitet hat - in der Literatur ein echter Experte für Schulpastoral - sieht die "Diakonale Präsenz" als die wichtigste Aufgabe der Kirche in der Schule an. Das bedeutet sich der Menschen und ihrer Probleme annehmen, gemeinsam den nicht immer leichten Alltag bewältigen, gemeinsam nach Antworten auf Fragen suchen, die das Leben aufgibt, also nach dem suchen, was Sinn macht.

4. Bei den drei genannten Grundprinzipien pastoralen Handelns wird deutlich, dass neben ihrer inhaltlichen Ausrichtung der Aspekt der Kommunikation eine besondere Rolle spielt. Udo Schmälzle thematisiert deshalb die Kommunikationsbereitschaft als viertes Grundprinzip, weil sie Gemeinschaft stiftet, Beziehungen herstellt und pflegt und ohne sie als methodische Basis die anderen Grundprinzipien nicht gut denkbar sind (vgl. Udo Schmälzle, Miteinander Leben und Glauben lernen - Grundlagen der Evangelisation in der Schule. in: Bensberger Protokolle 72: Nicht nur Unterricht - pastorales Engagement in der Schule. Thomas-Morus-Akademie Bensberg: 1992).

Das Wichtigste sind personale Beziehungen

In diese Grundgedanken lassen sich unsere Aktivitäten in der Schulseelsorge am CoJoBo einordnen: der Schulgottesdienst, der Familiengottesdienst, die Frühschicht und das Gebet, die Jugendgruppenarbeit, aber auch die Beratung in vielfältigsten Fragestellungen. Als Bestätigung und Unterstützung dieser genannten Grundprinzipien unseres schulpastoralen Handelns ist die Entscheidung unseres Redemptoristenordens zu sehen, trotz der personellen Engpässe zwei Schulseelsorger am Collegium Josephinum einzusetzen. Unsere Ordensgemeinschaft setzt damit eindeutig die Option für die personalen Beziehungen in der Seelsorge und betreibt keine personelle Mangelverwaltung in unseren Tätigkeitsbereichen.

Personale und kommunikative Beziehungen zu fördern, damit Kirche und unsere Schulgemeinschaft als kleiner Teil davon als Ort des Vertrauens und der gegenseitigen Annahme erfahren wird, ist eine bleibende Aufgabe für die Schulseelsorger, aber auch für alle, die am Collegium Josephinum miteinander zu tun haben.

Autor: Pater Friedhelm Knapp | Photos: - | Letzte Aktualisierung: 01.05.2008<< Vorherige Seite