Grundsätzliches
Grundprinzipien
Die Vereinigung der Schulen in freier Trägerschaft der Orden, ODIV, hat in ihrem Grundlagentext von 1990 sehr treffend erläutert, warum sich Ordensgemeinschaften in der Schule engagieren und hier ein wichtiges pastorales Handlungsfeld sehen:
"Die Schule nimmt im Leben des einzelnen Menschen und damit auch innerhalb der Gesellschaft eine wichtige Position ein, da sie für die Weitergabe von Wissen und Kultur, von Werten und Normen eine zentrale Funktion besitzt. Die Kirche sieht hier ein bedeutsames Handlungsfeld,
- weil die Schule aufgrund von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen immer wieder Gefahr läuft, ihren umfassenden Bildungsauftrag zu verkürzen und einseitige Schwerpunkte zu setzen (z.B. Förderung von Technik und Naturwissenschaft, Verdrängung des Musisch-Kreativen, Entfernung christlicher Werte) und dadurch die Subjektwerdung von Menschen zu beschneiden,
- weil die Schule der Ort ist, an dem Kirche den meisten Kindern und Jugendlichen ... begegnet und sie dort ihren Auftrag wahrnehmen kann, Menschen zu öffnen für die Begegnung mit Gott,
- weil Kinder und Jugendliche in einer Entwicklungsphase sind, in der sie sich ansprechen lassen von Idealen, die von überzeugten und glaubwürdigen Menschen vorgetragen und vorgelebt werden,
- weil gerade das Jugendalter die Zeit der Auseinandersetzung mit bisher übernommenen Vorstellungen, Meinungen, Werten und Handlungsweisen ist, in dem sich die Sinnfrage in besonderer Weise stellt,
- weil junge Menschen im Vergleich zur Zeit vor der Bildungsreform der 70er Jahre heute wesentlich länger zur Schule gehen und höhere Bildungsabschlüsse erwerben. Damit wird einerseits das Jungsein und Schülersein weitgehend identisch, während andererseits die Einflussmöglichkeiten der Schule erheblich wachsen,
- weil die Möglichkeit gegeben ist, auch mit Erwachsenen (Eltern, Lehrerinnen und Lehrern) in Kontakt zu kommen und dadurch Kommunikation möglich wird, die eine Voraussetzung für Evangelisierung ist.
Diese Grundsatzbeschreibung nimmt die konkreten gesellschaftlichen und schulpolitischen Voraussetzungen ernst, weil kirchliches Engagement nicht losgelöst davon geleistet werden kann. Durch weitere Beobachtungen kann diese Grundsatzbeschreibung ergänzt werden.