Grundsätzliches
Grundsätzliches über Schulseelsorge
Schulseelsorge ...
... als ausdrückliches Aufgabenfeld gibt es am Collegium Josephinum seit dreizehn Jahren - 1983 wurde das Internat geschlossen und das alte Schulgebäude abgerissen. Aus der Tatsache, dass wir eine katholische Schule in privater kirchlicher Trägerschaft sind, ergibt sich die Selbstverständlichkeit der religiösen Dimension unserer Arbeit, und zwar in der gesamten Breite der Perspektiven: Ich bin nicht sicher, ob man bei dem Wort "Schulseelsorge" zuerst an die Schulmesse denkt, aber nennen wir sie ruhig zuerst, dann: Familiengottesdienst drei bis vier mal pro Jahr, Beichttag vor Ostern und Weihnachten, Frühschicht, Religionsunterricht, Glaubensverkündigung, gemeinsames Suchen im Glauben und gemeinsames Suchen nach dem, was Sinn macht im Leben, gemeinsame Tage religiöser Orientierung während der Schulzeit und an Wochenenden für Klassen, Kurse und Gruppen, soziale Aktionen zugunsten notleidender Menschen, dazu gehören unsere Schülerpartnerschaft für Sumba/Indonesien "ASRAMA BERDIKARI" und die Briefmarken- und Weihnachtskartenaktion für die Verkündigungs- und Sozialarbeit von Pater Gerhard Schauff in Brasilien, Jugendgruppenarbeit im Verband der Katholischen Studierenden Jugend" (KSJ) Jugendgruppenwochenenden, Sommerlager, Beratungsgespräch, Hilfe zur Konfliktbewältigung, Erziehungsberatung, Drogenberatung, KDV-Beratung, Vermittlung von Zivi- und Praktikantenstellen, Schulsanitätsdienst, Kontakte zur Arbeitsgemeinschaft Jugendpastoral der Orden, zum Katholischen Jugendamt und den Schulseelsorgern des Bistums, Vortrags- und Gesprächsangebote für Eltern und Lehrer, Wallfahrten - eine Vielzahl von Aufgaben und Möglichkeiten der Pastoral in der Schule, die längst nicht nur von den "Experten", den Schulseelsorgern, geleistet, sondern von allen mitgetragen wird, die an unserer Schule arbeiten.
Veränderungen
Dieser breite und differenzierte Rahmen von Schulseelsorge hat sich gleichermaßen entwickelt und verändert, wie pastorales Nachdenken und Handeln die aktuellen Gegebenheiten unserer Gesellschaft und unserer Kirche berücksichtigten. Definitionen wie diese aus den 70er Jahren, Schulseelsorge verstehe sich als ein Angebot an Schüler, Eltern und Lehrer, die grundlegenden kirchlichen Vollzüge im Rahmen des gemeinsamen Bezugsfeldes der Schule zu verwirklichen, beschränken sich zu sehr auf den innerkirchlichen Rahmen und berücksichtigen zu wenig, dass der Umgang mit dem Glauben nicht als einseitige Verkündigung vom Seelsorger zum Adressaten möglich ist, sondern nur als personales und kommunikatives Geschehen; denn auf das Wort Gottes Hörende sind wir alle.
An öffentlichen Schulen stellt mancher bedauernd fest, dass die katholischen Schulen
... von der Kirche bevorzugt ...
werden und gar einen eigenen Schulseelsorger, Priester oder Pater, haben. Am Collegium Josephinum arbeiten wir sogar zu zweit; andererseits aber kann man nicht in aller Kürze das Problem des akuten Priestermangels und dessen möglicher Alternativen aufarbeiten. Die Begründung ist: Als katholische Schule in freier Trägerschaft haben wir Modellcharakter. Wir können und sollen zeigen, dass die Integration von Ausbildung und pädagogischer Arbeit, gesellschaftlicher und religiöser Sozialisation im einheitlichen Kontext möglich ist. Dieser Kontext ist die gemeinsame weltanschauliche Basis des christlich-anthropologischen Weltbildes und das daraus resultierende personale Engagement im Umgang mit jungen Menschen.