Compassion

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Och nee, nur Kaffee kochen?

- Mobiler sozialer Hilfsdienst beim Paritätischen Wohlfahrtsverband

von Uli Aretz, Jg. 12

In der Zeit vom 15. bis 31. März soll das CoJoBo Compassion Projekt stattfinden. Als ich das hörte, dachte ich: och nee, muss das sein? Drei Wochen Langeweile und Kaffee kochen??

Aber im Verlauf dieses Berichts wird man vielleicht merken, dass das Sozialpraktikum doch keine schlechte Idee war und insgesamt sehr viele neue Erfahrungen gebracht hat!

Ich persönlich bin also mit einer eher negativen Einstellung auf die Suche nach einer Praktikumsstelle gegangen. Durch Zufall habe ich erfahren, dass ein Freund die letzten paar Monate seines Zivildienstes bei einem Mobilen Hilfsdienst vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Bonn Kessenich macht. Dort habe ich mich erkundigt und auch prompt eine Zusage der Stelle bekommen. Der Mobile Soziale Hilfsdienst (MSHD) ist neben der Sozialstation ein Teilbereich der Paritätischen Sozialdienste. Der MSHD kann behinderten oder hilfsbedürftigen Personen bei all den Dingen behilflich sein, wo keine fachlich ausgebildeten Kräfte notwendig sind. Er besteht aus sechzehn Zivildienstleistenden und einer erfahrenen Einsatzleitung. Die jungen Männer werden sorgfältig zum Teil auch im Lehrgang auf ihren Dienst vorbereitet.

Der MSHD bietet an:

Als Praktikant durfte ich in fast alle Bereiche hineinschnuppern, bis auf den Bereich der Familienbetreuung und die Begleitung eines Kindes, das auf eine Sonderschule für Behinderte nach Köln geht.

Konkret

lief es so ab, dass ich in der ersten Woche überwiegend auf Auto-Touren von Zivis mitgefahren bin und mir die Arbeit der Zivis angeguckt habe. Morgens werden Patienten geweckt und evtl. in einen Rollstuhl gehoben, mit dem sie dann in das Bad fahren konnten und sich dort entweder selber wuschen oder der Zivi sie duschen musste. Danach wurden die Patienten angezogen, so dass ich endlich auch mal etwas Praktisches tun durfte, wie beim Ärmel des Pullovers helfen.

Mittags war es die Aufgabe, das so genannte „Essen auf Rädern“ zu verteilen, das gegenüber unserer Leitstelle von einer „Essen auf Rädern“- Zentrale ausgegeben wurde.

Die meisten Patienten konnten noch selber ihr Essen zu sich nehmen, doch einige Patienten mussten gefüttert werden. Nachmittags waren Begleitungen zum Arzt, zum Friseur oder z.B. zum Kaffee trinken in der Waldau angesagt. Dieser Einsatz war sehr angenehm und beliebt bei den Zivis, besonders bei den höheren Temperaturen in der Praktikumszeit. Die Abenddienste durften wir Praktikanten leider nicht erleben.
Eigenverantwortlich arbeiten

In der zweiten und dritten Woche hat sich meine negative Einstellung zu dem Compassion Projekt zum Positiven verändert, da ich mehr eigenverantwortlich und eigenständiger arbeiten durfte, indem ich zum größten Teil den “Essen auf Rädern“- Dienst übernommen habe. D.h. ich holte die Styroporboxen von der anderen Straßenseite ab und fuhr mit dem Einsatz- Fahrrad (siehe Bild) zu den Patienten hin. Zusätzlich machte ich einige Einsätze “Hilfe im Haushalt“ alleine, was bedeutete, dass ich Wohnungen und Treppenhäuser älterer Damen putzen durfte. Bei dem schönem Wetter, das wir glücklicherweise hatten, machte es mir sehr viel Spaß diese Wege mit dem Fahrrad zu fahren. Ein positiver Nebeneffekt war, dass sich meine Ortskenntnisse von Bonn enorm gesteigert haben, obwohl ich ja eigentlich von der anderen Rheinseite komme!
Insgesamt gesehen war es eine recht schöne Zeit, die mir sehr viele neue und auch positive Erfahrungen gebracht hat. Wir hatten im Team untereinander Spaß und ich würde die Stelle jederzeit sowohl als Sozialpraktikumsstelle aber auch als Zivildienststelle weiterempfehlen!

Autor: Kn | Photos: - | Letzte Aktualisierung: 20.05.2008<< Vorherige Seite || Nächste Seite >>