Vorbote des Weltjugendtages erreicht Bonn
Ein Vorbote des Weltjugendtages erreicht Bonn
Jugendliche bringen WJT-Kreuz per Fahrradprozession zum Münster - Wilfried Schumacher feiert Hochamt zum Amtsantritt des neuen Papstes - Bundesregierung sagt Unterstützung zu (Von Stefan Barz)
Bonn. Das schlichte Holzkreuz ist schon um die ganze Welt gereist. Gestern Abend kam es in Bonn an. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene aus Bonn hatten das Weltjugendtagskreuz auf dem Weg vom Altenberger Dom mit einer viereinhalbstündigen Fahrradprozession in die Bundesstadt begleitet.
1983 von Papst Johannes Paul II. der Jugend der Welt übergeben, ist das gut 20 Jahre alte Kreuz inzwischen zum Symbol des Weltjugendtages (WJT) geworden und wird seit Palmsonntag 2003 mit einer Marien-Ikone durch Europa getragen. Transportiert wurde das 3,80 Meter hohe und 31 Kilo schwere Kreuz gestern mit einem vier Meter langen Fahrradanhänger. Mit dabei waren Mitglieder des WJT-Kernteams Bonn, des Malteser Hilfsdienstes und verschiedener katholischer Jugendverbände sowie Schüler des Collegium Josephinum Bonn.
Während die Prozessionsgruppe noch unterwegs ist, beginnt im Bonner Münster ein Hochamt, um den Amtsantritt von Papst Benedikt XVI. zu feiern - dort, wo der damalige Professor Joseph Ratzinger selbst eine Zeit lang die Messe zelebrierte. "In diesen alten Mauern hören wir die Worte Benedikts XVI: ¯Die Kirche lebt®", sagt Stadtdechant Wilfried Schumacher. Der Monat April sei für die Kirche wie ein Sturm gewesen. "In den Massenmedien war ein Monat lang Kirche und Papst total", so Schumacher, für den die große Medienaufmerksamkeit der vergangenen Ereignisse ein Beweis für die Wiederkehr des Religiösen ist.
Pünktlich gegen 19 Uhr setzt festliche Orgelmusik ein, und mehr als ein Dutzend Jugendliche tragen das Kreuz zum Altar. Für eine Woche ist es nun in Bonn und wird hier an verschiedenen Stationen aufgestellt. "Man hat es euch angesehen, es war schon eine schwere Etappe", sagte Schumacher zum Ende der Messe und forderte die rund 1 000 Gottesdienstbesucher zum Applaus für die Jugendlichen auf.
"Für mich ist das Kreuz schon ein Vorbote des Weltjugendtages", sagt Martin Werker vom Kernteam Bonn-Mitte. "Es hat mich beeindruckt, wo das Kreuz schon überall gewesen ist." Auch Inge Alfter von der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), die wie Werker an der Fahrradprozession teilgenommen hat, glaubt, dass das das Kreuz die Bedeutung des Weltjugendtages näher bringen kann. Zum XX. Weltjugendtag vom 16. bis 21. August in Köln werden mehr als 800 000 Menschen erwartet, 100 000 davon allein in Bonn. Der neue Papst hat sein Kommen bereits zugesagt, mit ihm werden 600 Kardinäle und Bischöfe anreisen.
Unterdessen hat auch die Bundesregierung dem Weltjugendtag ihre Unterstützung zugesagt. Unter anderem werde sie laut Innenminister Otto Schily dem Kölner Weltjugendtagsbüro einen Zuschuss in Höhe von 7,5 Millionen Euro geben und einzelne Projekte finanzieren. Das Weltjugendtagskreuz wird heute um 16 Uhr am Alten Rathaus von Bürgermeister Helmut Joisten, Wilfried Schumacher und Stadtjugendseelsorger Gregor Platte empfangen.